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Sein Vater war Graf Hugo II. von Montfort, die Mutter war eine Schwester des Markgrafen Heinrichs von Burgau. Von seinen Brüdern wandten sich noch zwei dem geistlichen Stande zu: Friedrich, der von 1282 bis 1290 Bischof von Chur war, und Heinrich, der als Dompropst von Chur 1307 starb.

Drei Brüder waren weltlichen Standes: Rudolf II. von Montfort-Feldkirch, Ulrich zu Bregenz und Sigmaringen und Hugo, der Stifter der Tettnanger Linie.

Friedrich von Montfort, 1281 noch Dompropst in Chur, legte, vor allem Abt Rumo den Gedanken an eine Resignation nahe und sorgte für die Wahl seines Bruders Wilhelm.

Er selber wurde schon Ende 1282 Bischof von Chur und sollte als solcher in der Geschichte Wilhelms eine wichtige Rolle spielen. Alle Brüder erscheinen in der Abmachung mit Rumo vom 15. Januar 1282. Zwei Tage nachdem Rumos Rücktritt in Konstanz erfolgt war, kam Wilhelm (am 6. Dezember) nach St.Gallen und «ward schon empfangen». Gleich begann Wilhelm mit seinen Massregeln, um das Klostergut zusammenzuhalten und zu vermehren. Bis in sein drittes Regierungsjahr hinein lassen sich die diesbezüglichen Bestrebungen verfolgen [S. Meyer 1. c., p. 170, n. 285, wo die dahin gehörenden Urkunden aufgeführt werden].

Im Dezember 1282 suchte der Abt König Rudolf in Augsburg auf und erhielt die Regalien. Obwohl der König ihn einlud, mit ihm Weihnachten zu feiern, fuhr der Abt doch vorher wieder heim; denn seine Verwandten, besonders auch Markgraf Heinrich von Burgau rieten ihm dazu. Sie machten ihn aufmerksam, dass König Rudolf sicher versuchen werde, von ihm st.gallische Lehen zu erzwingen. Rudolf empfand die Abreise Wilhelms sehr schwer. - Mit dem Klostervogt von Ramswag verstand sich Wilhelm aus Familieninteressen gut. Meist lebte Wilhelm in der Burg im Martinstobel, Rappenstein, um so möglichst sparen zu können.

Unterdessen wurde Albrecht am 27. Juli 1298 zum Könige gewählt. Durch Vermittlung des Konstanzer Bischofs, Heinrich von Klingenberg, und seines Bruders, Propst Heinrich von Chur, suchte sich Wilhelm mit dem neuen Herrscher zu verständigen. Am 16. Oktober 1301 kam endlich eine Übereinkunft zustande, wonach Schwarzenbach niedergelegt und Wil wieder aufgebaut werden sollte; nur der Streit wegen Ittingen blieb unentschieden [W. III., Nr. 1130]. Auch die Burgen Altstätten und Falkenstein gewann der Abt wieder dem Gotteshause.

Erwähnenswert ist auch, dass Papst Bonifaz VIII. am 15. Juli 1297 den Abt beauftragte, die Streitigkeiten zwischen dem Provinzial der Minderbrüder der oberdeutschen Provinz und den Brüdern und Schwestern von der Busse des hl. Franziskus in Bern einerseits und dem Bruder Trutmann des Deutschordens, Leutpriester in Bern, anderseits endgültig zu entscheiden [W. IV., Ap. 153].

Unter die lange Regierung Wilhelms fallen zahlreiche Geschäfte, Veräusserungen, Tausch, Verlehnungen usw. von Gütern. Eines der wichtigsten dieser Geschäfte war die Veräusserung des Dinghofes in Kirchzarten (Baden) samt Patronatsrecht um 125 Mark an Gotbold von Blumenberg, Kommendator des Johanniterhauses in Freiburg[W. III., Nr. 1100]. Urkundlich erscheint Abt Wilhelm erstmals am 15. Januar 1282[W. III., Nr. 1030], zum letzten Mal am 16. Oktober 1301 [W. III., Nr. 1130].

Eine kurze, rasche Krankheit raffte Abt Wilhelm, unversehen mit den hl. Sterbesakramenten, am 11. Oktober 1301 dahin. «Got waiss aber wol, was er tun wolt,» fügt der Chronist bei [Necrol.: zum 13.X.: Willihelmi de Monteforti reverendi abbatis hujus loci. - Vgl. Hist.-biogr. Lexikon der Schweiz V, 147. - Mayer J. G., Geschichte des Bistums Chur, Friedrich I. von Montfort, p. 253-259].

Wilhelm

Tags darauf wurde seine Leiche in der sogen. dunkeln Kapelle «vor unser Vrowen bild» begraben. Wilhelm hatte 20 Jahre weniger 7 Wochen regiert.