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Die Grafen von Werdenberg sind von dem Geschlechte der Grafen von Montfort ausgegangen.

Werdenberg

Graf Hugo I. wird mit seinem Bruder Hartmann zum ersten Male 1254 als Zeuge in einer Kiburger Urkunde genannt. Hugo I. und Hartmann I., die unter sich noch einmal eine Theilung ihrer Besitzungen vornahmen, und zwar so, daß den Kern der von Hugo I. übernommenen Gebiete die Herrschaft Werdenberg mit der gleichnamigen Burg bildete, den Kern der an Hartmann I. überlassenen Landschaften das fruchtbare Thal vom Walensee bis zur Sar mit der Feste Sargans. Und als dann 1277 Hugo von seinem Schwestersohne, die aus dem alten Linzgau hervorgegangene Grafschaft Heiligenberg an sich brachte, gewöhnte man sich, von da an seine Linie von Werdenberg-Heiligenberg zu nennen, im Gegensatze zu der Linie Hartmann’s von Werdenberg-Sargans.

Es darf als sicher angenommen werden, daß seine Mutter Clementa eine Schwester Graf Hartmann’s des Jüngeren von Kiburg gewesen ist und daß durch diese Verbindung zuerst der Name Hartmann in das Geschlecht der Werdenberger gekommen ist.

Aus diesem verwandtschaftlichen Verhältniss erklärt sich auch leicht, daß dem Grafen Hugo I. gemeinsam mit dem Grafen Rudolf von Habsburg, dem Schwestersohn des älteren Grafen Hartmann von Kiburg, die Vormundschaft über die kiburgische Erbin Anna, die Tochter des jüngeren Hartmann, anvertraut wurde. Das brachte Hugo I. wohl häufig mit dem Habsburger in Berührung.

Die beiden Grafen fanden sich auch zusammen in einer Fehde gegen den Grafen Rudolf I. von Montfort und gewannen den Abt von St. Gallen zu ihrem Verbündeten.

Als Graf Rudolf von Habsburg zum römischen König gewählt worden war, übertrug er dem befreundeten Werdenberger die Landvogtei Oberschwaben mit dem Auftrag, das dem Reiche Entfremdete zurückzufordern.

Schon am 14. März 1274 urkundete Hugo I. als judex provincialis superioris Sveviae und hat - gewöhnlich unter dem Titel eines Landgrafen - die Verwaltung dieser Lande bis zu seinem Tode besorgt.

Auf dem Zuge gegen Ottokar von Böhmen stand er an König Rudolf’s Seite und erscheint nachher oft als Zeuge in seiner Umgebung. Der Ankauf von Heiligenberg ist durch Rudolf vermittelt worden. Eine zwiespältige Abtwahl im Kloster St. Gallen benutzte Hugo, um den großen Hof Bütswil und die Stadt Lichtensteig im Thurthal als Pfand in seine Hand zu bringen und dadurch mitten im Gebiet der kräftigen Toggenburger Grafen eine feste Stellung zu gewinnen. Als Haupt des Hauses Werdenberg führte er die Vormundschaft über die 3 Söhne seines früh verstorbenen Bruders Hartmann I. von Werdenberg-Sargans.

Hugo II., der Einäugige, Hugo’s I. einziger Sohn, hielt ebenfalls fest zum Hause Habsburg. Wie gut Hugo II. bei König Rudolf angesehen war, geht daraus hervor, daß er im Januar 1281 mit Anderen auserwählt wurde, um des Königs Tochter Clementia zu ihrem Verlobten Karl Martel nach Neapel zu geleiten.

In dem Streite der Habsburger mit dem aufstrebenden Zürich, mit dem Abte Wilhelm von St. Gallen aus dem Hause Montfort und mit dem Bischof von Constanz aus dem Hause Habsburg-Laufenburg, in dem Kampfe Herzog Albrecht´s um die Krone: überall setzte Hugo II. seine ganze Person ein.

Im April 1292 hat er den österreichischen Herzogen das durch Zürich hart belagerte Winterthur gerettet, sodann mit Herzog Albrecht das äbtische Wil belagert und nach zweimonatlichem Widerstande erobert. Hier, auf dem Felde von Wil, wurde er mit seinem Vetter Rudolf II. von Werdenberg-Sargans durch Albrecht zum Ritter geschlagen. Zum Danke für diese getreuen Dienste soll auch ihm, wie einst seinem Vater, die Landvogtei in Oberschwaben übertragen worden sein. Ende Juli 1305 wird Hugo II. zum letzten Male urkundlich erwähnt.

Albrecht I. erscheint zuerst als Zeuge in einer Urkunde vom 25. August 1308. Wie sein älterer Bruder und seine sargansischen Vettern trat Albrecht I., der Ueberlieferung ihres Hauses folgend, zunächst in Dienstverhältnisse zu den österreichischen Herzogen und ergriff die Partei Friedrich des Schönen. Nachher aber wußte er sich in seiner langen Laufbahn mit Ludwig dem Baier und Karl IV. nicht weniger gut zu stellen. Von König und Kaiser Ludwig ist er zum Reichslandvogt um den Bodensee und zum Reichsvogt der Länder Uri, Schwiz und Unterwalden ernannt worden (1327 und 1331 urkundet Albrecht unter diesen Titeln) und König Karl ernennt ihn 1348 zum capitaneus et defensor episcopi Tridentini.

Auch die Erwerbung der oberhalb an Werdenberg angrenzenden Herrschaft Wartau mit der stattlichen Burg dieses Namens geht auf Albrecht I. zurück, der damit den Sarganser Grafen näher auf den Leib rückte und auch seine Stellung gegen diese stärkte.

Dagegen veräußerte er seinen im Machtbereich der Toggenburger gelegenen Besitz, der die Gefahr von Conflicten mit dem thatkräftigen Geschlechte in sich barg und bei seiner ausgesetzten Lage in einem solchen Falle kaum haltbar gewesen wäre.

So schien das Haus Werdenberg-Heiligenberg um die Mitte des 14. Jahrhunderts mächtiger als je dazustehen, um so fester, als seit dem Jahre 1334 Albrecht I. der einzige seines Stammes war und dessen ganze Gewalt in seiner Hand vereinigte.

Im November 1355 kam es zu einem ersten heftigen Streit mit Herzog Albrecht II. von Oesterreich, weil sich Graf Albrecht I. von Werdenburg dem Bischof von Constanz gegen den Herzog angeschlossen hatte. Heiligenberg wurde von dem österreichischen Vogte hart bedrängt und der Vorhof des Schlosses eingenommen. Doch söhnten sich die Gegner im Januar 1356 wieder aus, und dieser erste Zusammenstoß mit Oesterreich konnte als eine rasche und ohne weitere Folgen vorübergehende Fehde betrachtet werden, wie sie damals alltäglich waren.

Schon bedenklicher ließ es sich an, als Albrecht I. im Januar 1360 mit den Grafen von Montfort-Feldkirch in offenen Krieg gerieth über das Erbe der am 29. März 1359 im Mannesstamm ausgestorbenen Linie Montfort-Tosters und Graf Rudolf III. von Feldkirch und seine Söhne sich unter den Schutz des weitsichtigen Herzog Rudolf IV. von Oesterreich stellten, um sich vor der Rache der Werdenberger für den Ueberfall der linksrheinischen Gebiete und deren Verwüstung zu sichern.

Mit allen ihren Festen, Leuten und Gütern verpflichteten sie sich dem Herzog zu Dienst und Gehorsam, wogegen dieser seinen Landvogt in Schwaben und Elsaß anwies, sie gegen Albrecht den Aelteren von Werdenberg und seinen gleichnamigen Sohn zu schirmen und die zwei Grafen zur Herausgabe der zu ihren Handen genommenen zwei Töchter und Güter des letzten Grafen von Montfort-Tosters zu zwingen.

Dazu kam es nun freilich nicht. Eine österreichische Heeresmacht erschien nicht in diesen obern Landen, und ein glücklicher Handstreich des jungen Albrecht, des einzigen Sohnes Albrecht’s I., führte zu einem glücklichen Ausgang des erbitterten Kampfes für die Werdenberger.

Es gelang Albrecht I., den Grafen Rudolf I. von Montfort-Feldkirch mit seinem ältesten Sohn Ulrich auf dem Bodensee aufzufangen, als sie von Arbon nach Lindau fahren wollten. Um die Freiheit wieder zu erhalten, mußten sie sich zu einem Frieden herbeilassen, in dem die Werdenberger alles Verlorene zurück erhielten und ihre Ansprüche an das Erbe von Tosters behaupteten.

So konnte Albrecht I. seine Tage in Ruhe beschließen; aber die werdenbergische Herrschaft war durch den Montforter Krieg doch heftig erschüttert und geschwächt, die Grafen in arge Geldnöthe und Processe verwickelt, und die eingeleitete enge Verbindung der ihnen nun erst recht feindlich gesinnten Montforter mit Oesterreich gewann um so bedrohlichere Gestalt, als dieses so gewaltig herangewachsene und um sich greifende Haus nicht bloß das Hinterland der vorarlbergischen Landschaften, Tirol, an sich brachte, sondern zwei Jahre später durch den Ankauf der ansehnlichen Feste Neuburg bei Götzis mitten in dem bisher unbestrittenen Machtbereich des ursprünglichen Hauses Montfort-Werdenberg festen Fuß faßte.

Erwähnenswert sind aus der Linie: Felix, ein tüchtiger Kriegs- und Hofmann im Dienste Maximilian’s und Karl`s V. gelangte durch Heirat mit einer wallonischen Erbin zu reichem Besitze im Luxemburgischen und überließ schon 1510 die ihm bei der Theilung zugefallene Herrschaft Sigmaringen mit Veringen seinem Bruder Christoph, „weil wir sonst und an andern Orten genugsam und wohl versehen sind“.

Agnes von Werdenberg-Heiligenberg heiratet Jost Niklaus I. Graf v. Hohenzollern (http://www.hohenzollern-home.com/hbisn.htm).

Das Haus Österreich und Graf Joachim von Zollern hatten die Verteilung der Werdenbergischen Besitztümer mit dem Segen von Kaiser Karl V. untereinander geregelt. Inneringen fiel demnach zusammen mit der Herrschaft Jungnau an den Grafen Friederich den Älteren von Fürstenberg, den Schwiegersohn des Grafen Christoph von Werdenberg. Schon damals sorgte man also dafür, dass alles in der Familie blieb. Und schon damals ging es nicht ohne Streit ab. Im nachhinein gab es Streit zwischen den Zollern und den Fürstenbergern bezüglich der Verteilung des Erbes, dieser wurde jedoch 1540 im "Pfullendorfer Vertrag" geschlichtet.

Durch seine Vermählung mit Gräfin Anna von Werdenberg (http://haus-fuerstenberg.de/familie/historie/) erbt Graf Friedrich II. von Fürstenberg im Jahr 1534 die Grafschaft Heiligenberg nördlich des Bodensees sowie die Herrschaften Jungnau und Trochtelfingen.

Barbara von Montfort-Tettnang heiratete 1556 Christoph I., Graf von Fürstenberg (http://our-royal-titled-noble-and-commoner-ancestors.com/).

Während der Fürstenbergischen Herrschaftszeit wurde der Kirchensatz auch von diesen ausgeübt. Die Inneringer Pfarrei war eine der begehrtesten und wohlhabendsten Pfründe (Insider sprachen von einer "fetten Pfründe"), wohl auch aus diesem Grund sind in der Liste der Inneringer Pfarrherren auch zahlreiche Adlige enthalten.

Die Zugehörigkeit zum Fürstentum Fürstenberg ist auch der Grund dafür, dass Inneringen im Zeitalter der Reformation katholisch blieb. Die damals württembergischen Landesteile wurden evangelisch, während Fürstenberg, der Herrschaftsbereich der Habsburger (Vorderösterreich) sowie die benachbarten Ländereien des reichsunmittelbaren Klosters Zwiefalten katholisch blieben.

Inneringen blieb bis zum Jahr 1806 unter Fürstenbergischer Hoheit. Napoleon löste im Rahmen der Mediatisierung des Fürstentum Fürstenberg auf, auf der Grundlage der Rheinbundakte erhielt das deutlich kleinere Fürstentum Hohenzollern-Sigmaringen die Landesherrschaft über die Herrschaft Jungnau mit Inneringen (die Hohenzollern hatten über die Fürstin Amalie-Zepherine einfach die deutlich besseren Connections zu Napoleon - schon damals lief ohne Vitamin B gar nichts...).

Ab 1806 war Inneringen somit staatsrechtlich Hohenzollerisch geworden. Die Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen und ihre vor allem wirtschaftlich weniger erfolgreichen Vettern von Hohenzollern-Hechingen waren jedoch des Regierens bald überdrüssig. Im Jahr 1850 verkauften sie ihre gesamten Herrschaften an ihre evangelischen Vettern aus Preußen.

Inneringen und ganz Hohenzollern hießen fort an "Königreich Preußen - Hohenzollern'sche Lande". Entsprechende Grenzschilder sind auch heute noch vielfach erhalten und schmücken so manches Rathaus.