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Das Haus Waldburg ist ein hochadeliges schwäbisches Adelsgeschlecht. Die Stammburg des ursprünglich welfisch-staufischen Ministerialgeschlechts, das seit der Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich belegt ist, ist die Waldburg auf der Gemarkung der Gemeinde Waldburg im Landkreis Ravensburg in Oberschwaben.

Die Geschichte des Hauses Waldburg war von zahlreichen Erbteilungen gekennzeichnet, deren bedeutendste die des Jahres 1429 wurde. Die nachfolgende Aufstellung nennt die Abfolge der wichtigsten Vertreter des Hauses bis zu der Teilung:

Werner von Thann/Tanne um 1100

Eberhard I. Tanne-Waldburg, 1170-†1234 ∞ (1) Adelheid von Waldburg, Tochter des Heinrich von Waldburg ∞ (2) Frau Adelheid von Klingen

Berthold I. von Trauchburg, 1170/71

Friedrich von Waldburg, c. 1171-†1197 (bzw. Truchseß 1214, † 1227)

Heinrich von Tanne (* um 1190; † 1248)

Berthold II. von Tanne † 1212)

Berthold III. von Trauchburg † 1245)

Otto Berthold, Truchsess von Waldburg, 1234-c.†1269 (bzw. † 1276)

Eberhard II. (http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=136703), c. 1269-†1291 ∞ Elisabeth von Montfort

Johannes I., 1291-†1338/1339 ∞ Klara

Eberhard III., 1338-†1361/1362 ∞ Agnes von Teck

Johannes II. von Waldburg, vor 1362-†1424 ∞ vermählt in erster Ehe mit Elisabeth von Habsburg-Laufenburg in zweiter Ehe mit Catarina von Cilli, in dritter Ehe mit Elisabeth von Montfort (http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=136707) und in vierter Ehe mit Ursula von Abensberg

Es besteht möglicherweise eine Verbindung zu den Herren von Dahn (Than) und der Dahner Burgengruppe.

Im Jahre 1429 fand die große Teilung des Hausbesitzes in drei Linien statt. Die Verbindung zwischen den drei großen Linien Waldburg-Sonnenberg, Waldburg-Trauchburg und Waldburg-Wolfegg-Zeil bestand somit durch diese drei genannten Brüder mit ihren Ehefrauen:

Eberhard I. 1424-†1479 (Bruder von Jakob), 1. Reichsgraf von Sonnenberg 1463∞ Kunigunde von Montfort (http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=136712)

Jakob Waldburg-Trauchburg 1424-†1460 ∞ Magdalena von Hohenberg

Georg I. von Waldburg-Zeil, † 1467 ∞ Eva von Bickenbach

Titel, Ämter und Funktionen der Familie

1214 Truchsess und Schenk

1419 Annahme des Namens Truchseß von Waldburg (der bis 1808 geführt wurde)

1452 Grafen von Scheer

1463 Reichsgrafen von Sonnenberg

1502 Reichsfreiherren von Waldburg

1525 Reichserbtruchsess (endgültig erst im Jahre 1594)

1628 Reichsgrafen von Waldburg

1803 Reichsfürsten von Waldburg

bis 1803:

Reichsgrafen und Grafen von Sonnenberg, Waldburg, Capustigal, Friedberg, Scheer, Trauchburg, Waldsee, Wolfegg, Wurzach, Zeil, Sargans-Trochtelfingen

Barone von Waldburg, Dürmentingen, Bussen, Kissleg, Waldsee, Machstetten, Altmans-Hoffen, Ratzenried, usw.

Herren von Tanne, von Bendern, Reichshof Lustenau usw.

1803 bis 1806:

Reichsfürsten von Waldburg-Wolfegg-Waldsee, Waldburg-Zeil-Trauchburg und Waldburg-Wurzach

nach 1806:

Die Fürstentümer Wolfegg, Zeil und Wurzach wurden 1805/06 mediatisiert und fielen an Bayern und größtenteils an Würtemberg. Sie gehören zu den standesherrlichen Häusern der zweiten Abteilung des Genealogischen Handbuch des Adels.

1806 bis 1830:

Grafen von Lustenau (Waldburg-Zeil-Lustenau-Hohenems) in Vorarlberg

Im Jahre des Reichsdeputationshauptschlusses 1803 kam es zur Bildung des 475 Quadratkilometer umfassenden Fürstentums Waldburg, welches jedoch schon 1806 mediatisiert wurde und zum größeren Teil an das Königreich Württemberg und zu einem kleineren Teil an das Königreich Bayern fiel.

Die Fürsten der drei Linien Waldburg-Wolfegg-Waldsee, Waldburg-Zeil-Trauchburg und Waldburg-Zeil-Wurzach besaßen als Standesherren im 19. Jahrhundert je ein Mandat in der Ersten Kammer der Württembergischen Landstände und in der Kammer der Reichsräte des Bayerischen Landtags.

Als besonders politisch aktiv traten Mitglieder der Linie Waldburg-Zeil-Trauchburg hervor. Fürst Maximilian von Waldburg-Zeil legte sich mit seinem neuen Landesherrn Friedrich von Württemberg an. Maximilians Enkel Constantin von Waldburg-Zeil war Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung und musste 1850 wegen Majestäts beleidigung einige Zeit als Häftling auf der Festung Hohenasperg verbringen.

Auch nach der Abschaffung der Standesvorrechte des Adels 1919 blieb die Familie in der Öffentlichkeit sehr präsent und äußerst aktiv in der Kommunalpolitik. In der Bundespolitik betätigte sich Alois von Waldburg-Zeil und gehörte von 1980 bis 1998 als Abgeordneter der CDU dem Deutschen Bundestag an.

Als Kirchenpatrone halten die Chefs des Hauses Waldburg bis heute an ihren noch bestehenden Patronats- und Präsentationsrechten in der katholischen Kirche auf ihren ehemaligen Gebieten fest.