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Ulrich V., Graf von Montfort, Herr zu Tettnang, war der Sohn von Ulrich IV., Graf von Montfort-Tettnang (http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=199983).

Ulrich

Er widmete sich Tettnang, das bereits zuvor Hauptstadt der Grafschaft geworden war.

Mit der Festigung der Rolle eines Bürgerrates, des Bürgermeisters und des Ammanns stabilisierte er die städtische Selbstverwaltung. An Kunst interessiert und daher beim Adel hoch geachtet schuf er das Torschloss und die Pfarrkirche St. Gallus. Kaiser Maximilian I. würdigte den kulturellen Aufschwung durch Besuche 1499 und 1516.

Zusammen mit seiner Gemahlin Magdalena von Oettingen stiftete er 1513 die St. Anna-Kapelle in Tettnang. Der Kapellenneubau und die Wahl der Patronin war der Wunsch des Stifterpaares nach erneutem Kindersegen verbunden.

Zwar hatte Magdalena schon neun Kindern das Leben geschenkt, doch waren die zwei Söhne früh gestorben und die sieben Töchter nicht erbberechtigt. Die Ausstattung der Kapelle mit den Wappen der Ahnen verweist auf den Beweggrund der Stiftung: Fürbitte um den Fortbestand des gräflichen Hauses Montfort.

Gleichzeitig stiftete das Grafenpaar einen wertvollen Flügelaltar. Während der Schrein selbst verloren gegangen ist, befinden sich die beiden Altarflügel heute als Privatbesitz in der Hauskapelle der Fürsten von Oettingen auf Schloss Wallerstein und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.

Nach dem Tod Ulrichs V. trat eine Besonderheit ein (eine Legende besagt, dass sie ihren Ehemann heftig beschimpfte, als er ihre gemeinsame Tochter zwangsverheiraten wollte): Für sechs Jahre hatte seine Witwe Magdalena von Öttingen, die als emanzipiert beschrieben wird, die Position der Stadtregentin inne. Nach ihrem Tod am 22. April 1525 im Alter von 52 Jahren belehnte Kaiser Karl V. ihren Neffen Hugo XVI. mit Tettnang.

Die Verwandtschaft der Öttinger mit den Staufern wird auch durch Urkunden belegt, ohne dass der genaue verwandtschaftliche Zusammenhang deutlich wird. Vom 12. bis zum 14. Jahrhundert gewann die Familie das größte weltliche Territorium in Ostschwaben

Magdalena von Montfort und ihr Gemahl besaßen eine Reihe prächtig illuminierter Handschriften, die teils Magdalenas Namen, teils das Allianzwappen der Häuser Öttingen und Monfort tragen.

Hierzu zählen mehrere deutschsprachige Gebetbücher aus dem frühen 16. Jahrhundert: Seitenstetten, SfB, Cod. 89; Antiquariat J. Günther, Hamburg (ehem. Schloß Harburg, Oettingische Bibliothek III. 2.8°.39); Wien, ÖNB, Cod. 2748; Nürnberg, GNM, 1737 und 4752a. Darüber hinaus besaß Magdalena von Montfort eine 'Schwabenspiegel'-Handschrift (München, SB, Cgm 3944) sowie an gedruckten Büchern eine Inkunabel von 1488 mit Heinrich Steinhöwels "Spiegel des menschlichen Lebens", wie ihr Besitzeintrag Magdalenna graffin zu montfortt geborne graffin zu öttingen bezeugt.

Zum Besitz der Grafen von Montfort-Tettnang (und damit wohl auch zur Verfügung der späteren Landesherrin Magdalena) gehörten ferner noch die 1481 auf Tettnang geschriebnene 'Wigalois'-Handschrift (V), die sich heute in der Schloßbibliothek Pürglitz (Cod. l b 18) befindet, und der ehem. Donaueschinger Codex 145, eine Abschift der 'Sieben weisen Meister' aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts, der einen Sterbeeintrag von Magdalenas zweitem Gemahl, Johann I. von Montfort-Tettnang-Rothenfels (gest. 1529), aufweist.

Aus dem Besitz der mit den Gundelfingern und Helfensteinern eng verwandten Grafengeschlechter Montfort-Tettnang und Kirchberg erbte Schweikhard den ehem. Donaueschinger Codex 145, eine Handschrift der 'Sieben weisen Meister', der ältere Einträge der Gräfin Apollonia von Kirchberg (gest. 1517) und einen späteren Sterbevermerk anläßlich des Todes ihres Gemahls Johann von Montfort-Tettnang (gest. 1529) enthält.