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Stammbaum Montfort
Grafen von Montfort
Im Rahmen eines Ausgleiches von Archivbeständen zwischen Baden-Württemberg und Bayern kam Ende 2010 die großformatige Stammtafel der Grafen von Montfort aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv München in das Hauptstaatsarchiv Stuttgart. Hier befinden sich bereits die einschlägigen Archivbestände dieses einflussreichen Adelsgeschlechts. In Zusammenarbeit mit der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart konnte dieses stark beschädigte Kunstwerk fachgerecht restauriert werden und wird nun erstmals in neuem Glanz präsentiert. Das Werk besticht insbesondere durch seine aufwendige und prachtvolle Gestaltung. Alle dargestellten 285 Familienmitglieder sind mit Brustbildern porträtiert und mit Namen und Titel sowie dem jeweiligen Wappenschild zu finden. Ihre Darstellungen sind idealisierte Porträts. Vermutlich war lediglich die letzte Generation dem Künstler bekannt und wurde einigermaßen realistisch illustriert. Angebracht sind die Porträts an einem Baum, der in zahlreichen Verästelungen zwischen den einzelnen Familienmitgliedern emporwächst. Der weißhaarige Ritter, aus dessen Brust der Baum erwächst, stellt den Ahnherrn der Familie Montfort dar, Pfalzgraf Hugo Ⅱ. von Tübingen (†1182). Durch die Heirat Hugos mit Elisabeth, Gräfin von Bregenz, konnte dieser seine Herrschaft beträchtlich erweitern. Bis in das 18. Jahrhundert waren die Grafen von Montfort das bedeutendste Adelsgeschlecht der Bodenseeregion. Ihre Spuren hinterließen sie in Feldkirch oder Langenargen und herrschten über Bregenz und Tettnang, wo sie u.a. im Torschloss und im Alten Schloss residierten.
Über den konkreten Anlass für die Erstellung der Stammtafel kann nur gemutmaßt werden. Denkbar ist die Verwendung als Hochzeitsgeschenk des Grafen Ernst mit Antonia v. Waldburg-Scheer 1722, aus dekorativ-repräsentativem Zweck für eines der Montfortschlösser oder als Instrument einer dynastischen Selbstversicherung im Rahmen der Bemühungen der Familie um Aufnahme in den Reichsfürstenstand.