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StammwappenGraf Anton IV. von Montfort

Graf Anton IV. von Montfort (* 16. November 1723 in Tettnang; † 03. Dezember 1787 in Tettnang) war der letzte Vertreter im Mannesstamm des Adelsgeschlecht Montfort, das von den Pfalzgrafen von Tübingen abstammte.

1733 erbte er den Oberhof in Tettnang, 1746 den Montforterhof in Salzburg. Nachdem 1780 sein Bruder Franz Xaver als regierender Graf die Herrschaft wegen Überschuldung an die Habsburger abgetreten hatte und noch im selben Jahr starb, setzte sich Anton als Privatmann in Tettnang im heutigen Gasthof Krone nahe dem Torschloss zur Ruhe.

Das nötige Geld für den Erwerb und Umbau des Hauses nach seinen Bedürfnissen brachte er durch den Verkauf des Oberhofes auf. Zuletzt bekam er von den Habsburgern eine Rente von 6.000 Gulden pro Jahr, die zu seiner Pension als Militär und dem Pachtzins des Montforterhofes hinzukamen.

Mit diesen Einkünften konnte er sich einen Kammerdiener, Bedienstete und mehrere Kutschen leisten.

Zu seinen Ehren wurde am 6. Dezember 1787 ein großer Trauerzug der Schuljugend, des Rats und der Garnison veranstaltet, bei dem ein geharnischter Reiter in einer Hand das Schwert, in der anderen Hand das gestürzte Wappen der Montforts als Zeichen für den letzten Spross des Geschlechts trug. Der Zug endete bei der St.-Gallus-Kirche, an deren Mauer Anton IV. beigesetzt wurde.

In der Pfarrkirche St. Gallus in Tettnang wurde im Jahr darauf ein Grabdenkmal für Anton Graf von Montfort, den Letzten der Montforts, Sohn von Maximilian Joseph Ernst Graf von Montfort-Tettnang und Maria Antonia Eusebia von Waldburg zu Trauchburg. Das Wappen (in zeitgemäßem Stil) ist mitsamt Fahne dahinter auf dem Sockel des Epitaphs gestürzt.

Die Inschrift lautet: Denkmal der Liebe und Dankbarkeit von den Armen der Herrschaft Tettnang, Argen und Schomburg für ihren Stifter und Wohlthäter, weiland den Hochgebohrnen Herrn Anton des Heil. Röm. Reichs Grafen zu Montfort, des hochlöb. Schweb. Kreises Gen.feldmarschall Lieutenant, des churpfälz. St. Georgii Ordens Ritter und letzten Abkömmling dieses gräfl. Hauses, ist geb. den 16. Nov. 1723 und gest. den 3. Dec. 1787, Aufgerichtet im Iahre 1795. R. I. P.

Ein gestürztes Wappen ist also ein Wappen, das - in sich absolut heraldisch richtig dargestellt - um 180 Grad gedreht dargestellt wird.

Hier kennzeichnet das gestürzte Wappen nicht nur die Tatsache, daß der Wappeninhaber leider von uns gegangen ist, sondern daß mit ihm auch das Geschlecht erloschen ist. Erloschen bedeutet, daß es keine Nachfahren dieses Geschlechtes im Mannesstamme mehr gibt, weibliche Nachfahren bleiben davon unberührt, aber da Wappenrecht dem Namensrecht folgt und Heraldik früher streng agnatisch gehandhabt wurde, galt ein Geschlecht, in dem es keine männlichen Nachkommen des betreffenden Namens mehr gibt, als ausgestorben, ungeachtet der eventuell vorhandenen Töchter, die sich unter anderem Namen strahlender Gesundheit erfreuen.

Wichtig ist auch, daß das nicht nur für die Nachkommen des Verstorbenen gilt, sondern für das Geschlecht als Ganzes. Wenn der Verstorbene der Letzte seines Stammes und Namens war, dann kann der Schild gestürzt werden.

Richtig: Es ist ein Kann, kein Muß. Ein Kann, das vor allem auch von den jeweiligen zeitgeschichtlichen Umständen abhängt, denn diese Sitte kam erst spät auf.

Ein Gegenbeispiel: Rudolf von Scherenberg, Bischof von Würzburg: Er war der Letzte seines Stammes, und das Wappen an seinem Epitaph im Würzburger Dom ist ganz normal dargestellt.

Das bekannteste Nichterlöschen einer Familie, obwohl sie eigentlich erloschen war, ist das Haus Habsburg. 1740 war's streng genommen aus mit den Habsburgern! Denn damals starb Kaiser Karl VI als der Letzte seines Stammes. Der Name "Habsburg" wurde trotzdem weitergeben, denn aufgrund der "pragmatischen Sanktion" vom 19.4.1713 wurde der Name "Habsburg" über Maria Theresia und ihren Mann, den Herzog von Lothringen, weitergeführt. Es wurde vom Kaiser darin zu Lebzeiten noch festgelegt, daß die habsburgischen Länder unteilbar und untrennbar seien und daß aus diesem Grund eine Primogenitur mit subsidiärer weiblicher Erbfolge eingeführt wurde.

Was im Großen möglich war, ist im Kleinen unzählige Male vorgekommen, um das Aussterben eines traditionsreichen Namens zu verhindern; am einfachsten ging das, indem man sich von der Obrigkeit die Bildung eines Doppelnamens genehmigen ließ.

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