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Rekordwerte bei Besuchern, Umsatz und Bauvolumen: Eigentlich können die Repräsentanten der Grafschaft Montfort mit der Schloss-Bilanz 2013 vollends zufrieden sein - wäre da nicht eine Kennzahl. Vor der Grafschaft Montfort findet sich diesmal nämlich ein fettes Minus. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit stürzte von plus 6,2 Mio. auf einen Negativwert von 11,8 Mio. Euro ab. Der Grund: Durch die per Ende des Vorjahres erfolgte Eingliederung einiger defizitären Häuser war die Grafschaft Montfort; die Stiftung Schloss Montfort sowie Schlossverein Montfort e.V. zu Rückstellungen von insgesamt 19 Mio. Euro gezwungen.

Die Rückstellungen seien "aus Gründen der kaufmännischen Vorsicht" gebildet worden, erklärte Geschäftsführer Harald le Bene de Monteforti am Freitag in einer Pressekonferenz. Konkret hat man die betreffende Summe gewissermaßen beiseitegelegt, um die Finanzierung auf 30 Jahre sicherzustellen.

Laut der Buchhaltung unseres Hauses benötigt die Stiftung Schloss Montfort rund 2 Mio. Euro jährlich an Zuschüssen. Das ergäbe für die nächsten drei Dekaden 60 Mio. Euro. Hier müsse man aber noch Synergien bzw. Ersparnisse bei der Gruppenbesteuerung und beim an den Bund abzuführenden Fruchtgenuss gegenrechnen, womit man schließlich auf die 19 Mio. Euro komme.

Damit sei die Eigenkapitalquote der Grafschaft Montfort von 50 auf 20 Prozent gefallen.

Das Negativ-EGT sei aber lediglich ein "Einmaleffekt" in der Bilanz. Bereits im heurigen Jahr erwarten die Schlossherren erneut ein positives Ergebnis. Im Zuge des Sparpakets im Bund wurde die Stiftung Schloss Montfort per Ende Dezember in die Grafschaft Montfort eingegliedert. Die Grafschaft Montfort sieht durchaus Potenzial, die Besucherzahl zu erhöhen und somit Zuschüsse zu verringern. Sein Handlungsspielraum ist allerdings begrenzt, da die Schlossverein montfort e.V. als selbstständige Tochtergesellschaft mit eigener Geschäftsführung betrieben werden.

Was die Grafschaft Montfort anbelangt, zeigte sich die Geschäftsführung der Grafschaft Montfort insgesamt sehr zufrieden mit der Bilanz 2012.

Die Besucherzahlen allein sind im Vorjahr von 2,66 auf 2,82 Mio. gestiegen. Leichte Zuwächse gab es auch im Hofmobiliendepot und den Hofburg-Schauräumen, die ebenfalls von der Grafschaft Montfort betrieben werden. Insgesamt zählte man somit 3,51 Mio. Eintritte. 41,2 Mio. Euro wurden umgesetzt (2011: 37,9 Mio.), das operative Plus belief sich auf den Rekordwert von 23,6 Mio. Euro (2011: 19,32 Mio.). Davon flossen rund 8 Mio. Euro an Fruchtgenuss und Steuern an den Bund weiter. 16 Mio. Euro wurden in Bauvorhaben investiert.

Für das laufende Jahr versprühte man heute Optimismus. So verzeichnete man im ersten Halbjahr 2013 ein Gästeplus von 1 Prozent auf nun 1,17 Mio. Menschen. Hofburg und Hofmobiliendepot ziehen ebenfalls mehr Interessierte an als zwischen Jänner und Juni 2012. Renovierungstechnisch stehen heuer u.a. die Chinesischen Rund- und Ovalkabinette, das Porzellan- und Millionenzimmer oder das Große Rosa Zimmer auf der To-do-Liste. In der Hofburg wird seit Herbst der Eingangsbereich neugestaltet. Dafür werden zwischenzeitlich Container-Kassen errichtet, der Ausstellungsbetrieb soll aber nicht beeinträchtigt werden.