Free Homepage Translation

Die schwäbische Pfalzgrafschaft ging 1146 an die Pfalzgrafen von Tübingen über.

Hugo V. (1125–1152) wurde ab 1146 Hugo I., Pfalzgraf von Tübingen genannt. Vermutlich beruhte diese Rangerhöhung auf Diensten, die er dem 1138 zum König gewählten Staufer Konrad III. geleistet hatte. Die Pfalzgrafenwürde war damals nicht mehr mit der ursprünglichen Aufgabe der Betreuung einer Königspfalz verbunden, sondern bedeutete eine Art Kontrollfunktion und Vertretung des Königs innerhalb der Stammesherzogtümer und damit auch die zweite Position nach dem Herzog innerhalb des Herzogtums.

Damit verbunden war eine Rangerhöhung vor anderen Grafen des Herzogtums und das Recht, das Richteramt an Königs Statt auszuüben. Damit einher gingen Jagd-, Zoll- und Münzrecht, wie der seit 1185 auftretende Tübinger Pfennig zeigt.

Pfalzgraf Hugo II. (1153 - 1182) heiratete die Erbtochter Elizabeth von Bregenz. Er erbte dadurch Bregenz sowie weiteren Besitz in Churrätien, Tettnang und Sigmaringen.

Pfalzgraf von Tübingen

Die Entstehung des Geschlechts der Grafen von Montfort lässt sich auf Hugo, Pfalzgraf von Tübingen († 1182), zurückführen. Durch seine Frau Elisabeth erbte er den Besitz der Grafen von Bregenz.

Dieses Erbe ging nach Hugos Tod an seinen zweiten Sohn Hugo († 1228/30, III. von Tübingen, I. von Montfort) über, der sich etwa ab dem Jahr 1200 Hugo von Montfort, nannte. Sein Besitz umfasste die Grafschaft über Churrätien, Tettnang, Bregenz, Feldkirch, Sonnenberg, Werdenberg und Sargans. Nach dem Tod Hugos I. spaltete sich der Familienbesitz, in dessen Folge sich die Nachkommen des älteren seiner Söhne, Rudolf I. fortan Grafen von Werdenberg nannten. Das Haus Montfort übernahm das pfalzgräfliche Wappen mit geänderten Wappenfarben.

Pfalzgrafwappen

Das pfalzgräfliche Wappen zeigt:

  1. Eine dreilappige rote Fahne mit goldenen Ringen und Fransen im goldenen Schild stellt das ursprüngliche Wappen der Pfalzgrafen von Tübingen dar.

  2. Die Grafen von Montfort übernahmen die rote Fahne, aber im silbernen Schild.

  3. Die Grafen von Werdenberg, die sich wiederum von Montfort abspalteten, wählten eine schwarze Fahne in Silber.

  4. Werdenberg-Vaduz, weiße Fahne in Schwarz;

  5. Werdenberg-Sargans, weiße Fahne in Rot.

Über Werdenberg-Sargans-Trochtelfingen, welches nach Aussterben (Diese Nebenlinie Werdenberg-Heiligenberg-Sigmaringen-Trochtelfingen wurde - ähnlich wie die Grafen von Werdenberg-Heiligenberg - in eine Auseinandersetzung mit anderen rivalisierenden Adelsgeschlechtern hineingezogen, die sogenannte Werdenbergfehde

- Die Werdenbergfehde war zunächst ein typischer Streit unter Nachbarn, der in der traditionellen Weise geführt wurde: Überfälle auf Hab und Gut des Nachbarn mit den entsprechenden Zerstörungen und der Gefangennahme der gegnerischen Leibeigenen, unterbrochen von diversen Schiedstagen mit ihren Standesgenossen. Einerseits waren die Familien Werdenberg und Zimmern durch Heiraten miteinander verbunden, andererseits konkurrierten sie als unmittelbare Nachbarn - insbesondere Werdenberg-Trochtelfingen-Heiligenberg mit Sitz in Sigmaringen - in ihrem territorialen Wachstum miteinander.

Es waren zum Beispiel Jagdrechte im Bereich des heutigen Wildpark Josefslust umstritten, aber auch der kurzzeitige Erwerb von Krauchenwies durch Zimmern und der von Werdenberg erzwungene Rückverkauf prägten den Streit.

Werdenberg war zu der Zeit auch in eine Fehde mit einem Ritter von Reischbach verwickelt

- „Ainstmals hat herr Wörnher von Zimbern hinab geen Aurach reiten wellen, do ist im gedachter Hamman von Reischach wol gerust und mit ainer guten anzal pferdten unferr von Trochtelfingen begegnet, der dann anderst nit vermainet, es sein die graven von Werdenberg. Als aber herr Wörnher eben so wol gerust, haben baide vortrebe, so bald die ainandern ansichtig worden, dweil kain thail das ander kennt, mit ainandern darein gehawen. Indes sind baide herrn mit iren pferdten hernach geruckt, die on alle geferdte im angrif ainandern personlichen antroffen haben. Do hat herr Wörnher dem Hamann von Reischach sein harnasch dermaßen in den leib geschlagen, das er sich, wann und wohin er gemant wird, gefangen hat geben müeßen; doch hat Hamman ee sterben wellen, ee er sich zu den graven von Werdenberg geen Sigmaringen in fengknus stellen. So bald aber Hamma von Reischach sich genennt, ist er von herrn Wörnher gleich widerumb ledig gelassen worden, dann sie sonst allweg gut freundt gewesen; haben derhalben ainandern gnadet und mit gutem willwn von ainander geschiden - Zimmersche Chronik HS 580 (B), S. 210, HS 581 (A) 161a; Decker-Hauff, Bd. 1 S. 201f.

Die Linie starb mit Graf Christoph († 29. Januar 1534) im Mannesstamm aus.

Die Eigentümer und Heiligenberg gingen an das Haus Fürstenberg. Dank der engen Anlehnung an das Haus Habsburg, einer klugen Heiratspolitik und mehrerer günstiger Erbgänge und dadurch eine Vervielfachung ihres territorialen Besitzes übernommen wurde, kam die Fahne auch in das Fürstenberger Wappen. Sigmaringen, als erledigtes Reichslehen, wurde neu an die Grafen von Zollern vergeben.

  1. Alle vier Linien der Pfalzgrafen von Tübingen: Tübingen, Herrenberg, Böblingen und Horb führten das pfalzgräfliche Wappen.