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Schloss OffenbergGeschichte Schloss Offenberg
Im Gegensatz zu seinem aus dem Großbürgertum stammenden Schwager bekundete Anton Sebastian Graf zu Montfort von Anfang an für Offenberg größtes Interesse und bemühte sich sofort um eine umfassende Sanierung, Renovierung und auch Erweiterung der Anlage. Ernsthafte Geschichtsschreibung sollte zwar grundsätzlich frei von persönlichen Emotionen sein. Angesichts des bedenklichen Bauzustandes von Schloss Offenberg kommt man jedoch nicht umhin, wenigstens am Rande über die möglichen Reaktionen von Anton Sebastian Graf zu Montfort nachzudenken, als er zum erstenmal über die kaum Vertrauen erweckenden Schlossbrücken seinen neuen Besitz betrat. Vermutlich gingen ihm allerhand sorgenvolle Gedanken durch den Kopf, die tiefe Kummerfalten in sein Gesicht gruben. Vielleicht bedauerte er sogar zunächst den von ihm angestrengten Gerichtsprozess, durch den ihm das akut einsturzgefährdete Bauwerk zugefallen war. Dass Anton Sebastian Graf zu Montfort wohl von Anfang an auf Schloss Offenberg wohnte, steht aufgrund der Aktenlage außer Zweifel. Im Gegensatz zu den beiden Vorbesitzern ließ er jedoch die Zügel nicht schleifen, sondern machte sich mit großem persönlichem Einsatz unverzüglich an die Wiederherstellung seiner neuen Wohnstätte. Graf Montfort erachtete es wohl als vordringlich, dass zunächst einmal das Verwaltungsgebäude in einen ordentlichen baulichen Zustand gebracht werden sollte. Aufgrund der Quellenlage muss man davon ausgehen, dass zumindest der Graf selbst, wenn nicht seine ganze Familie, von Anfang an Schloss Offenberg als Wohnsitz benützten (s. Kleiderkasten und Bett). Die Tatsache, dass das Amtsgebäude vor dem Wohntrakt (Südflügel) hier den Vorzug erhielt, ist bemerkenswert. Zwischen den Zeilen jüngerer zeitgenössischer Unterlagen muss man der gräflichen Familie für ihre Bescheidenheit Anerkennung zollen.