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Neuhaus

Das Adelsgeschlecht der Herren von Neuhaus (auch Herren von Hradec; tschechisch: Páni z Hradce, lateinisch: de Novo Domo) entstammte der südböhmischen Dynastie der Witigonen.

Adam II. von Neuhaus († 1596), böhmischer Oberstkanzler und Prager Burggraf; verheiratet mit Katharina von Montfort († 1631)

Der Ehe entstammten die Kinder:

  1. Wilhelm Zacharias (Vílem Zachariaš; 1575 - 1589)

  2. Bohunka (1576 - 1577)

  3. Anna Katharina (1578 - 1596)

  4. Joachim Ulrich († 1604), Burggraf von Karlstein; verheiratet mit Maria Maximiliane von Hohenzollern

  5. Lucie Otilie (1582 - 1633), verheiratet mit Wilhelm Slavata

Seine Eltern waren Joachim von Neuhaus und Anna von Rosenberg. Er wurde am Wiener Hof erzogen und übernahm nach dem Tod seines Vaters 1565 gemeinsam mit seiner Mutter die Verwaltung der ererbten Besitzungen. 1567 beteiligte er sich in Ungarn an den Türkenkriegen. 1569 - 1573 war er Kammerherr der Erzherzöge Rudolf II. und Ernst (III.) von Habsburg, Erzherzog von Österreich, mit denen er Bildungsreisen nach Italien, Frankreich, Spanien und in die Niederlande unternahm.

Durch Vermittlung des Wiener Hofs vermählte sich Adam 1571 mit der 15-jährigen Katharina von Montfort, die er erst 1574 auf seinen Hof nach Neuhaus holte.

In diesem Jahr übernahm er die selbständige Regentschaft, nachdem sich seine Mutter aus der Mitverwaltung der Besitzungen zurückgezogen hatte. Adam residierte im Prager Palais und auf dem Schloss Jindřichův Hradec, wo er große Gastmähler, Turniere und andere Einladungen gab.

Nachfolgend bemühten sich der Verwalter des Dominiums, Stephan Wratislaw von Mitrowitz (Štěpán Vratislav z Mitrovic) und der Neuhauser Hauptmann Johann Zelendar von Prošovice durch wirtschaftliche Reformen auf den zugehörigen Gutshöfen um eine Konsolidierung des Vermögens. Zelendars Schwiegersohn, der Deichbauer Jakob Krčín von Jelčany vergrößerte die bestehenden Teiche und legte neue an. 1581 wurde eine herrschaftliche Brauerei errichtet, die die größte von ganz Böhmen gewesen sein soll.

Eine weitere Verbesserung der finanziellen Lage führte Kaiser Rudolf II. herbei, indem er 1585 den politisch unerfahrenen Adam zum Oberstkanzler von Böhmen ernannte. Durch die hohe Position sah sich Adam zu großen Investitionen veranlasst. Er ließ das Schloss Neuhaus repräsentativ umbauen. Den Umbau leitete der italienische Architekt Baldassare Maggi, der in den 1580er Jahren auch das Schloss Hluboká umgestaltete. Das Prager Palais wurde vermutlich unter Leitung des kaiserlichen Architekten Ulrico Aostalli umgebaut.

Entsprechend einem Vertrag, der 1550 zwischen Adams Vater Joachim und dessen Bruder Zacharias abgeschlossen worden war, gelangte Adam im Februar 1589 an das Erbe seines Onkel Zacharias von Neuhaus, der ohne männliche Nachkommen starb. Er soll zu seinen Lebzeiten der reichste Magnat Mährens gewesen sein und hinterließ Adam neben dem Schloss Telč mit der zugehörigen Herrschaft drei Städte, fünf Městys (Minderstädte) und 112 Dörfer sowie seine Schatzkammer und bares Geld. Zusammen mit seinen bisherigen Besitzungen wurde Adam damit nach Wilhelm von Rosenberg der zweitreichste Magnat Böhmens.

Ihm gehörten nun sieben Herrschaften, fünf Städte, elf Městys und 263 Dörfer mit 6.325 Untergebenen.

Zudem eignete er sich zu unrecht die Herrschaften Polná und Přibyslav an, die entsprechend der Verfügung seines Onkels Zacharias dessen Tochter Katharina bekommen sollte. Nach einer Verhandlung vor dem Landgericht wurde Adam zur Zahlung einer großen Geldsumme an seine Cousine Katharina verurteilt, wodurch er wieder in die Verschuldung geriet. Vermutlich deshalb wurde er am 16. Juni 1593 vom Kaiser Rudolf II. zum Prager Oberstburggrafen ernannt.

Obwohl Adam auf der Seite des katholischen Adels stand, wählte er seine Bediensteten unabhängig von ihrer Konfession und auch unabhängig von ihrer nationalen Zugehörigkeit aus. Während die Dominienverwalter Stephan/Štěpan und Georg/Jiří Vratislav von Mitrovic treue Katholiken waren, bekannte sich der Neuhauser Hauptmann Zelendar zum Utraquismus.

Adams Ehefrau Katharina war eine eifrige Katholikin und unterhielt enge Beziehungen zu den Prager Jesuiten sowie zu der gegenreformatorischen Gruppe um Polyxena von Pernstein. Vermutlich auf Wunsch seiner Frau unterzeichnete Adam im Januar 1594 einen Stiftungsbrief, mit dem das Neuhauser Jesuitenkolleg gegründet wurde.

Nach der Herrenstandsordnung vom Jahre 1501 stand ihnen zusammen mit den Rosenbergern der ersten Rang gleich hinter dem König und vor allen anderen Herrenstandsgeschlechtern zu.

Im 16. Jahrhundert erlangten sie die Reichsgrafenwürde.