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Das Münzrecht ist die Befugnis, Münzen zu prägen und in Umlauf zu bringen; es schließt die Bestimmung über die Gestaltung der jeweiligen Münzen ein. Ein historischer Begriff hierfür ist Münzregal - als Regalien wurden die Hoheitsrechte des Königs und später eines Landesherrn bezeichnet.

Eine Kurantmünze, alt: Courantmün(t)ze, ist eine „vollwertige, umlaufende, gangbare, kursierende“ Münze, deren Wert durch das Metall, aus dem sie besteht, gedeckt ist. Der Kurswert entspricht damit nahezu ihrem Metallwert, abgesehen von dem als Schlagschatz bezeichneten Gewinn des Münzherrn sowie den Prägekosten, die aber stets durch die Scheidemünzen-Emission eines Landes in der Ausmünzungsbilanz überkompensiert wurden.

Das Münzregal bezeichnet das Hoheitsrecht, die Münzordnung zu bestimmen. Es umfasst die Bestimmung der Währung, das Recht zur Münzerzeugung und den Anspruch auf den Münznutzen, also den Gewinn aus der Münzprägung (alt: Schlagschatz).

Die Münzhoheit ist wie folgt definiert:

Ausgabe von Münzen und Festsetzung des Zwangskurses, das ist der Befehl an jedermann, die Münzen als Zahlungsmittel anzunehmen,

Verrufung, das heißt Außerkurssetzen im Umlauf befindlicher Münzen,

Bestimmung des Münzbildes,

Bestimmung der Münzeinheit,

Bestimmung des Währungsmetalls,

Bestimmung des Münzfußes, das ist die Festsetzung, wie viel Münzstücke aus einer ebenfalls bestimmten Gewichtseinheit des Währungsmetalls hergestellt werden sollen, sowie Bestimmung des Feingehalts der Münzen,

Festsetzung der Münzstätten,

Erlass von Durchführungsbestimmungen,

Erlass von Strafbestimmungen gegen Zuwiderhandelnde.

Dem untergeordnet war das Münzrecht, das nur das Recht beinhaltete, Münzen zu prägen, manchmal auch, das Aussehen der Münzen zu bestimmen.

Allerdings war der finanzielle Ertrag der wichtigste Teil des Münzregals, weshalb häufig der Münznutzen als Münzregal bezeichnet wird. Das Münzregal konnte verpachtet oder verpfändet werden.

Das Münzregal gehörte je nach Blickwinkel zu den Majestätsrechten oder den fiskalischen Rechten: das ius cudendi monetam, der Münzgewinn, der aus dem Unterschied zwischen Metallwert und Kaufwert herrührte, wurde jedenfalls stets von der Reichsgewalt beansprucht und ausgebeutet.

Mit starker Zunahme der Wirtschaft ab dem 9. Jahrhundert wurde das Münzrecht, häufig verbunden mit dem Zoll- und Marktrecht, an geistliche Herrscher, vorwiegend Bischöfe, delegiert. Seit dem 11. Jahrhundert wurde es auch an weltliche Fürsten verliehen und ging später auch auf Städte über.

Mit der Goldenen Bulle von Karl IV. gingen 1356 das Münzregal und das Bergregal (das Verfügunggsrecht über die ungehobenen Bodenschätze )der rümisch-deutschen Kaiser uneingeschränkt auch auf die Kurfürsten des Heiligen Rönischen Reiches über. Seit 1648 wurde auch anderen Reichsständen das Münzregal verliehen. Trotzdem blieb die Oberhoheit über das Münzwesen offiziell beim Kaiser des Heiligen Römischen Reiches.

Die Kurantmünze ist ein unbeschränkt gültiges Zahlungsmittel und muss in beliebiger Höhe zur Schuldbefreiung akzeptiert werden. Sie hat einen natürlichen (weil sie allgemein wegen ihres inneren Metallwertes akzeptiert wurde) und einen gesetzlichen Zwangskurs.

Normalerweise wurden Kurantmünzen vollwertig nach einem gesetzlich festgelegten Münzfuß, z. B. Reichsfuß, ausgebracht; einige Münzherrn hielten sich aber nicht immer an den vorgeschriebenen Münzfuß. Diese Abweichungen bzw. Feingehaltverschlechterungen wurden früher in so genannten Valationstabellen festgehalten. Geringe Abweichungen waren aber nicht immer die Folge von betrügerischen Absichten der Münzherrn, sondern auch darin begründet, dass die Normalgewichte (Mark) in den einzelnen Münzstätten geringe Abweichungen über die Zeit aufwiesen, die dann wieder auf „Approbationstagen“ im Reich ausgeglichen wurden. Trotzdem waren diese Münzen ebenfalls Kurantmünzen, wenn auch mit entsprechendem Disagio oder seltenem Agio im Vergleich zum vollwertigen Münzominal bzw. zur Rechnungsmünze.

Zur Zeit des Kurantgeldes wurden Münzen, deren Metallwert meistens wesentlich geringer war als ihr Nominalwert, Scheidemünzen genannt; andere Bezeichnungen waren auch Land- oder Stadtmünzen, was zumindest für die kleinen Nominale galt, die nicht nach dem vorgeschriebenen Reichsfuß ausgeprägt wurden. Zu den Scheidemünzen zählten nicht nur Bronze- und Kupfermünzen, sondern auch viele Silbermünzen, deren Metallwert durch die Legierung mit Kupfer teilweise erheblich im Vergleich zu ihrem Nominalwert gemindert wurde. Diese Silber-Kupferlegierung mit weniger als 50 % Silberanteil wurde Billon genannt.

Die Zeit der reinen Kurantmünzenwährung kann bis etwa 1570 angesetzt werden, wo auch die kleinen Münzsorten noch fast vollwertig waren - sieht man von einem kleinen Remendium von ca. 3 bis 6 % ab, das zur Deckung des relativ erhöhten Prägeaufwandes diente.

War Silber das Hauptwährungsmetall, spricht man von einer Silberstandswährung und die parallel umlaufenden Goldmünzen waren meistens Handelsmünzen mit einem schwankenden Kurs, der meistens Aufgeld war.

Das begann um 1620 mit der Prägung unterwertiger Taler in Tettnang und der Verpachtung der Münzprägung an eine Gruppe von Unternehmern, die 1621 die Münzstätte in Langenargen einrichteten und dort Taler und Dreibätzner, also 12-Kreuzer-Stücke, herstellten.
Als 1623 die deutschen Fürsten beschlossen, und zu gutem Geld zurückzukehren, kaufte Graf Hugo von Montfort die wertlos gewordenen Münzen in großen Mengen zum Altmetall-Preis auf und prägte aus dem darin enthaltenen Silber vor allem Halbbatzen, 2-Kreuzer-Stücke.
Der Kreuzer hatte seinen Namen vom Doppelkreuz auf der Vorderseite.

Das Münzregal gehörte je nach Blickwinkel zu den Majestätsrechten oder den fiskalischen Rechten: das ius cudendi monetam, der Münzgewinn, der aus dem Unterschied zwischen Metallwert und Kaufwert herrührte, wurde jedenfalls stets von der Reichsgewalt beansprucht und ausgebeutet.

Zum Probationstag im Oktober 1630 in Regensburg stellten die Münzbücher fest, dass er von 1626 bis 1629 trotz des erlassenen Verbots für mehr als 300.000 Gulden hatte Halbbatzen prägen lassen, also mehr als neun Millionen Stück.

Laut der Augsburger Münzordnung aus dem Jahre 1566 entsprechen einem Gulden 60 Kreuzer bei 9/10 Feinsilber.

Trotzdem gibt es viele Montforter Guldenstücke mit Gegenstempeln des Fränkischen Kreises. Mit solchen Gegenstempeln wurden aber nur die guten Münzen gekennzeichnet, die für den Umlauf zugelassen waren. Dieser scheinbare Widerspruch erklärt sich durch die ständige Geldentwertung: Die Grafen von Montfort prägten die Stücke zwar unterwertig, aber ein paar Jahre später war die allgemeine Geldentwertung so weit vorangeschritten, dass die alten schlechten Gulden nun gar nicht mehr auffielen und als akzeptabel galten, und dann wurden sie gegengestempelt. Denn die Grafen von Montfort waren beileibe nicht der einzige Münzstand, der schlechtes Geld prägte. Löwenstein, Öttingen, Sayn, auch geistliche Fürsten wie der Bischof von Konstanz und Städte wie Kempten wurden getadelt, und auch der Kaiser selber beteiligte sich an der Münzverschlechterung. Die Geldentwertung war eine allgemeine Erscheinung.

Münzen, welche die Vielfältigkeit der Montforter Prägungen wiederspiegeln, finden sich bei - https://www.numisbids.com/n.php?search=montfort&p=sale&sid=371&s=b

Ein Münzherr war eine mit dem Münzregal ausgestattete Person, die Münzen prägen ließ und die das Münzregal vom König erhalten hatten, z.B. als Bestandteil des Lehens.

Das Münzrecht inne zu haben, war ein sehr lukratives Vorrecht, da der Schlagschatz, den die Münzmeister leisten mussten, erheblichen Gewinn insbesondere bei den Scheidemünzen mit sich brachte. Für viele Fürsten des Mittelalters und der Neuzeit war dies neben den Steuern die größte Einnahmequelle. Da sie einen aufwendigen Lebensstil verfolgten und oft militärische Konflikte austrugen, konnte es sogar vorkommen, dass sie sich von den bei ihnen angestellten Münzmeistern Geld leihen mussten.

1763 schloss Graf Franz Xaver die Münzstätte Langenargen und prägte keine Münzen mehr. Er behielt allerdings die Münzstätte mit allem Zubehör, in der Hoffnung, später wieder anfangen zu können. Dazu kam es aber nicht.