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Während ihrer ganzen Existenz unterstanden die Klöster Tannheim und Argenhardt ihren hochadeligen Stifterfamilien als Landesherrn, Tannheim den Grafen, ab 1664 Fürsten von Fürstenberg, Argenhardt den Grafen von Montfort. Bis zum Verkauf ihrer Grafschaft Tettnang 1780 an Österreich regierten die Grafen von Montfort auch Langnau als Landesherrn. Die Stifter des Klosters Grünwald, die Herren von Blumenegg, verkauften ihr Gebiet 1491 an die Grafen von Fürstenberg (dort ab 1716 Fürsten).

Eigene politische und gerichtliche Funktionen konnte nur Langnau anfangs ausüben, da dem Kloster bei seiner Gründung die Gerichtsrechte der vormaligen Benediktinerpropstei zugestanden wurden, vor allem die „Gerichtsbarkeit über Grund und Boden“. Aber in der Folge zeigte sich in „der Ausübung der Niedergerichtsbarkeit ... ein starkes Vordringen des Vogts auf Kosten des Klosters“. In mehreren Verträgen 1467, 1478, 1729 und 1736 wurden die Rechte des Klosters immer mehr eingeschränkt und weitgehend auf die Mitwirkung bei Akten der freiwilligen Gerichtsbarkeit eingeschränkt. Das Gericht für die Klosterherrschaft wurde mit den anderen Dorfgerichten der Grafschaft um 1500 nach Tettnang gezogen. Immer wieder beschwerte sich die Provinz beim Generalkapitell über das Verhalten der Grafen, die ja in der Liste der Wohltäter des Ordens geführt wurden, gegenüber dem Kloster Langnau. „Tutores, utpote per ipsum imperatorem ad hoc munus constituti, et protectores eiusdem provinciae esse deberent, facti sint potius hostes, inimici & persecutores dictae provinciae“.

Mit der Aufsichtspflicht über temporalia wurde das Mitspracherecht bei Wahl und Einsetzung der Prioren begründet, aber es betraf natürlich auch zentral die spiritualia. Die neu gewählten Prioren hatten sich ihren jeweiligen Landesherren, den Grafen von Montfort, den Grafen und Fürsten von Fürstenberg und dem Fürstabt von St. Blasien jeweils mit dem Präsentationsbrief des Provinzials vorzustellen und um die Bestätigung zu bitten.

Obsignation hieß die Versiegelung des Nachlasses, seine Inventarisierung und die Verteilung des Nachlasses, im Falle eines Klosteroberen, der ja über kein Privatvermögen verfügte, bedeutete es die Kontrolle über das gesamte Klostervermögen bis zum Amtsantritt eines neuen Priors. Deshalb versuchte die Landesherrschaft unter Verweis auf die Präsentationspflicht und ihr Approbationsrecht die rasche Bestellung eines neuen Priors nach dem Tod seines Vorgängers zu verhindern.

Die Grafen von Montfort verzichteten im Vertrag von 1729 grundsätzlich auf die Obsignation.

Unter Berufung auf ihre „von dem jure advocatiae et territorii dependierende“ Rechte griffen die Landesherren immer wieder massiv in die Wirtschaftsverwaltung der Klöster ein. Die Verträge der Grafen von Montfort mit dem Kloster Langnau wurden erwähnt.

Die Rechte der Grafen von Montfort wurden mehrfach vertraglich fixiert, wie schon oben behandelt, und wurden auch seit dem 16. Jahrhundert durchgehend wahrgenommen. Für Fürstenberg sind Präsentationen und Bestätigungen für das späte 16. und frühe 17. Jahrhundert, dann erst wieder im Verlauf des 18. Jahrhunderts dokumentiert.

Mit den spiritualia im engeren Sinn befassten sich die weltlichen Obrigkeiten nur im 16. Jahrhundert mit seiner laxen Ordensdisziplin. 1520 befahl die Gräfin von Montfort dem neu gewählten Prior in Langnau, „die Brüder alle in rechter Ordnung zu halten, nit, daß sie ungebührlich und allzu wie bisher unordentlich aus dem Gotteshaus unerlaubt laufen, und dass sie rechte Ordnung mit Singen und Lesen halten. 1570 sollten die österreichischen Beamten in Rottenburg dafür sorgen, dass in Rohrhalden „der Gottesdienst ordentlich und wie es sich gebührt gehalten“ werde.

Eine besondere Funktion nahm das Kloster Langnau für die Grafen von Montfort als Hauskloster und gräfliche Grablege wahr. Der Ordensgeneral zählte 1718 „14 insignia dominorum de Montfort, qui ibidem uti fundatores ordinariam habent sepulturam“ in der Klosterkirche. Die montfortische Hauschronik beschreibt detailliert die Trauerfeierlichkeiten für die 1753 im Alter von 23 Jahren verstorbene Gräfin Adelheid. Sie zogen sich über sechs Tage hin, alle Geistlichen der Grafschaft, die Beamten, Gesandte benachbarter Höfe und viele Untertanen nahmen daran teil und speisten teilweise im Kloster. Der Aufwand beim Begräbnis eines regierenden Grafen dürfte noch ungleich größer gewesen sein. Zum alljährlichen sog. „großen Montfortischen Jahrtag“ fand sich die gräfliche Familie mit ihren Spitzenbeamten ein und tafelte wiederum im Refektorium. Die Existenz der gräflichen Stifterfamilie und ihrer klösterlichen Stiftung endete im gleichen Jahr 1787, einige Jahre darauf wurden mit der Klosterkirche ihre Grabmäler demoliert und ihre Gebeine nach Hiltensweiler transferiert.

Seit 1408 wurden 14 Mitglieder der Montforter Grafenfamilie in der Klosterkirche bestattet. Ihre Gebeine wurden geborgen und in der Erde unter der Arnoldskapelle an der Seite der neuen Pfarrkirche beigesetzt. Die sicher prunkvollen Epitaphien schätzte man gering, sie wurden wohl zertrümmert. 1885 wurden nochmal alle Gebeine ausgegraben, eingesammelt und in einem schlichten Eichensarg unter einer schmucklosen Steinplatte inmitten der Arnoldskapelle beigesetzt.