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Die Grafen von Montfort nutzten ihr Hauskloster Mehrerau bei Bregenz als Begräbnisstätte für ihre Familienangehörigen. Nach dem Tode des Grafen Wilhelm II. (um 1354) teilten seine Söhne Wilhelm III. und Heinrich III. dessen Besitz Wilhelm erhielt die Grafschaft Bregenz mit dem Kloster Mehrerau, Heinrich Tettnang, Rothenfels und Scheer. Damit verlor die Tettnanger Linie die traditionelle Grablege.

Graf Heinrich erwarb aus diesem Grund 1389 das kleine Kloster Langnau, das dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen gehörte und verhandelte mit dem Paulinerorden über die Neubesetzung, die 1405 erfolgte.

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An der Ostwand zeigt das Mittelfeld des Altarbildes die Schmerzhafte Mutter Gottes, vor ihr der Leichnam Christi. Auf den Altarflügeln ist links ein ins Gebet vertiefter Paulinerrnönch dargestellt und rechts ein Ritter mit Lanze in seiner Rechten und einem Schild mit dem Montfortwappen in der Linken.

Damit hatte die Linie Montfort zu Tettnang ihr eigenes Hauskloster mit dem Recht, ihre Familienmitglieder in der Klosterkirche zu begraben. Mit wenigen Ausnahmen wurden nun alle Grafen von Montfort-Tettnang und deren Gemahlinnen hier beigesetzt.

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Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster geplündert und in Brand gesetzt. Der Dreißigjährige Krieg brachte neues Unheil, 1647 wurde das Kloster vollkommen zerstört und abgebrannt. Folgt man den Familienurkunden der Montforter, so sind in der Zeit zwischen 1305 und 1647 etwa 13 Angehörige in der Klosterkirche beigesetzt worden. Man geht heute davon aus, dass bei der Brandschatzung des Klosters auch die sterblichen Überreste der Familie vernichtet wurden. Das Kloster Langnau wurde wieder aufgebaut. Die Klosterkirche erhielt dabei eine Familiengruft für die Grafen. Nach den Aufzeichnungen fanden hier 11 Montforter ihre Ruhestätte, zuletzt im Jahre 1769 Gräfin Sophia Theresia von Limburg-Styrum, die 2. Gemahlin des letzten regierenden Grafen Franz Xaver.


Das Kloster wurde 1786 aufgehoben, die Kirche und die meisten Gebäude 1793 zum Abbruch freigegeben. Die Gebeine der Montforter kamen - wahrscheinlich in großer Eile und ohne angemessene Achtung vor den Toten - in die Arnoldskapelle neben der Pfarrkirche Hiltensweiler.

Am 16. Juli 1885 wurden 11 Mitglieder des gräflichen Hauses Montfort zu Tettnang zum drittenmal - diesmal feierlich und mit “größter Sorgfalt und Pietät” - beigesetzt.
Erschienen waren die Bezirksbeamten und Geistlichen aus Tettnang, der Gemeinderat und Ortsvorstand, drei Reserve-Offiziere in Galauniform und viele Mitbürger. Die Lehrer der Umgehung sangen das Requiem, die Musik spielte Beethovens Trauermarsch, Hofrat Dr. Moll hielt eine Rede, in der er auf die Geschichte und die Bedeutung des Hauses Montfort einging. Der Sarg wurde unter Enthüllung einer Montfortfahne und unter Geschützsalven in die Gruft gesenkt.

Kurze Zeit später öffnete man die noch existierende Gruft unter der früheren Klosterkirche in Langnau. Dort fand man ein paar Schädelteile und verschiedene Knochen, die vielleicht auch noch den Montfortern gehört haben könnten.
Im Klosterbereich von Langnau befinden sich noch einige nicht erforschte unterirdische Gewölbe. Bei einer Begehung Mitte der 1980er Jahre wurden noch verschiedene Knochen gesichtet. Weitere Nachforschungen sind seither allerdings nicht mehr gemacht worden.

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Vor dem Altar weist eine Steinplatte darauf hin, dass hier die sterblichen Überreste von Mitgliedern des Hauses der Grafen von Montfort und von ehemaligen Mönchen des Klosters Langnau beigesetzt sind.