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Die Pfarrkirche St. Cäcilia in Heusenstamm wurde von 1739 bis 1741 als katholische Begräbniskirche des Heusenstammer Zweiges der Grafen von Schönborn vom Baumeister Johann Balthasar Neumann erbaut. Sie ist das bedeutendste barocke Bauwerk im hessischen Heusenstamm.

Nachdem die Ritter von Schönborn in Heusenstamm 1663 bis 1670 das vordere Schloss errichtet hatten, stand zunächst keine Hof- oder Begräbniskirche zur Verfügung.

Schönborn


Die herrschaftliche Familie hatte „ausgesäckelt“, d. h. sich mit den hohen Baukosten finanziell übernommen und verschuldet.

Kaiser Leopold I. ernennt die Schönborn 1663 zu Reichsfreien, edlen Panierherren und verleiht ihnen das große Palatinat. 1671 erlangt die Grafen von Schönborn die Reichständische Herrschaft zu Reichelsberg und erhält damit Sitz und Stimme im Fränkischen Kreistag und im Deutschen Reichstag.

Schönborn


1717 hatte Graf Anselm Franz von Schönborn die Idee, die alte gotische Pfarrkirche aus dem 13. - 14. Jahrhundert im Ortskern von Heusenstamm durch einen repräsentativeren Neubau zu ersetzen.

Schönborn

Als er 1726 verstarb, verfolgte seine Witwe, Reichsgräfin Maria Theresia Ernestina Magdalena (geborene von Montfort-Tettnang) seinen Plan weiter, eine Gedächtnis- und Begräbniskirche in Heusenstamm zu errichten.

Die Witwe von Schönborn überzeugte 1735 die drei Brüder ihres verstorbenen Mannes, Franz Georg von Schönborn, Erzbischof von Trier, Friedrich Carl von Schönborn, Reichsvizekanzler und Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, und Damian Hugo von Schönborn, Kardinal und Bischof von Speyer, von den Bauplanungen und erreichte, dass diese die Finanzierung des aufwändigen Kirchenbaus übernahmen.

Mit der Planung und der Bauausführung wurde der Schönborn’sche Hofarchitekt Johann Balthasar Neumann beauftragt, welcher 1739 umgehend mit den Arbeiten begann, nachdem die alte Dorfkirche abgerissen worden war.

1751 verstarb die Bauherrin, Maria Theresia von Schönborn in Wien, wo sie auch beerdigt wurde. Ihr Herz wurde entnommen und in der Schönborn’schen Gruft bestattet. Die Krypta wurde anschließend mit anderen, bereits verstorbenen Personen der Schönborn’schen - Heusenstammer Linie belegt.

Die Krypta ist mit den sterblichen Überresten von 9 Personen in 8 Gräbern der Heusenstammer Schönborn’schen Linie belegt.

  1. Anselm Franz von Schönborn, Buchheim und Wolfsthal (1681 - 1726), kaiserlicher Kammerherr, Hofkriegsrat, General der Reiterei und Oberst eines Dragonerregiments, kommandierender General des Oberrheinischen Reichskreises, Kurmainzer Geheimer Rat und Amtmann.

  2. Maria Theresia von Schönborn, geborene von Montfort, Tettnang und Langenargen (1698 - 1751). Ehefrau des Anselm Franz. Ihre sterbliche Hülle wurde in Wien bestattet, ihr Herz in Heusenstamm.

  3. Franz Ludwig Anton von Schönborn (1719 - 1728), ältester Sohn von Anselm Franz und Maria Theresia, Kurmainzer Amtmann in Steinheim.

  4. Hugo Philipp Friedrich Carl von Schönborn (1721 - 1734), zweiter Sohn von Anselm Franz und Maria Theresia, Kanoniker am Hohen Dom zu Speyer und Kurmainzer Amtmann in Steinheim.

  5. Johann Erwin von Schönborn (1654 - 1705), Herr zu Reichelsoberg und Heusenstamm, kaiserlicher Kammerherr, Reichshofrat, Kurmainzer Geheimer Rat, Obermarschall, Oberjägermeister und Amtmann zu Steinheim. In seinem Grab liegt sein einziges Kind, der am 22. März 1679 gestorbene, halbjährige Sohn Philipp Anton von Schönborn.

  6. Maria Anna von Schönborn, geborene Waldbott von und zu Bassenheim (- 1702), erste Ehefrau des Johann Erwin.

  7. Melchior Friedrich von Schönborn (1643 - 1717), kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat.

  8. Sophia von Schönborn, geborene Boineburg (1651 - 1726). Ehefrau des Melchior Friedrich.

Seit dieser Zeit stellte die Familie eine große Zahl ranghoher und einflussreicher kirchlicher Würdenträger im ganzen Süddeutschen Raum unter deren Ägide neben vielen anderen großartigen Barock- und Renaissancebauten auch die Bamberger Residenz, die Würzburger Residenz und das immer noch im Besitz der Familie befindliche Schloss Weissenstein erbaut wurden. Durch Verbindungen mit dem gesamten Europäischen Hochadel wurde der Besitz derer von Schönborn vermehrt und über die Grenzen ihrer Heimatregion erweitert.