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Anton VI. von Montfort

1740 starben die österreichischen Habsburger im Mannesstamm aus. Auf Grund der zuvor erlassenen Pragmatischen Sanktion übernahm Maria Theresia von Österreich die sonst nur Männern vorbehaltenen Herrscherrechte (ausgenommen die Kaiserkrone, die im Heiligen Römischen Reich Männern vorbehalten war) und gründete mit ihrem Gatten das nachfolgende Herrscherhaus Habsburg-Lothringen. Es wurde zwar im Österreichischen Erbfolgekrieg angefochten, die Monarchie ging aus dem Krieg aber konsolidiert hervor. Maria Theresias Sohn, der Reformer Joseph II., strebte danach, die Habsburgermonarchie zu einem einheitlichen Staat mit deutscher Amtssprache zu entwickeln, scheiterte damit aber vor allem in Ungarn.

Von 1733 bis 1737 besuchte Anton IV. von Montfort mit seinem älteren Bruder das Gymnasium in Konstanz, 1737-1740 studierte er in Salzburg und schlug dann eine militärische Karriere ein. Sie führte ihn über Stationen in Ulm, Rottweil und Kehl bis hin zum Rang eines Generalfeld- marschalleutnants, der für den Schwäbischen Kreis tätig war.

Anton VI1733 erbte er den Oberhof in Tettnang, 1746 den Montforterhof in Salzburg.

Nachdem 1780 sein Bruder Franz Xaver als regierender Graf die Herrschaft wegen Überschuldung an die Habsburger abgetreten hatte und noch im selben Jahr starb, setzte sich Anton als Privatmann in Tettnang im heutigen Gasthof Krone nahe dem Torschloss zur Ruhe. Das nötige Geld für den Erwerb und Umbau des Hauses nach seinen Bedürfnissen brachte er durch den Verkauf des Oberhofes auf. Zuletzt bekam er von den Habsburgern eine Rente von 6.000 Gulden pro Jahr, die zu seiner Pension als Militär und dem Pachtzins des Montforterhofes hinzukamen. Mit diesen Einkünften konnte er sich einen Kammerdiener, Bedienstete und mehrere Kutschen leisten. Mit seinem Tod erlosch das Geschlecht 1787 endgültig.

Seinen Besitz vermachte Anton IV. den Armen der Herrschaft Tettnang, Langenargen und Schomburg. Da die Schulden jedoch den Erlös einer Versteigerung seines Besitzes weit überschritten, blieb dieser Plan zunächst Wunschdenken. Das Tettnanger Armeninstitut übernahm jedoch aufgrund des Testaments einen Erbanspruch Antons für einen Besitz in Kißlegg, der 1794 vor Gericht auch tatsächlich erstritten werden konnte. Nach Abzug der Schulden konnte die „Montfortische Stiftung“ mit 14.000 Gulden begründet werden.

In der Pfarrkirche St. Gallus in Tettnang wurde im Jahr darauf ein Denkmal für Anton IV. aufgestellt, das vom Mimmenhauser Bildhauer Johann Georg Wieland geschaffen wurde. Es ist mit dem gestürzten Wappen der Monforts geschmückt. Die Inschrift lautet:

Denkmal der Liebe und Dankbarkeit von den Armen der Herrschaft Tettnang, Argen und Schomburg für ihren Stifter und Wohlthäter, weiland den Hochgebohrnen Herrn Anton des Heil. Röm. Reichs Grafen zu Montfort, des hochlöb. Schweb. Kreises Gen.feldmarschall Lieutenant, des churpfälz. St. Georgii Ordens Ritter und letzten Abkömmling dieses gräfl. Hauses, ist geb. den 16. Nov. 1723 und gest. den 3. Dec. 1787, Aufgerichtet im Iahre 1795. R. I. P.

Montfort-Denkmal

Ein gestürztes Wappen ist nicht etwa ein zu Boden gefallenes Wappen, sondern in der Heraldik bezeichnet der Begriff "stürzen" den Vorgang des Umdrehens. Ein gestürztes Wappen ist also ein Wappen, das - in sich absolut heraldisch richtig dargestellt - um 180 Grad gedreht dargestellt wird. Solche Wappen wird man nie an Häusern, Burgen oder Schlössern finden, sondern eher im Bereich der Funeralheraldik: Auf Grabmälern, Epitaphien, Grabsteinen, Todesanzeigen, Grabaltären. Hier kennzeichnet das gestürzte Wappen nicht nur die Tatsache, daß der Wappeninhaber leider von uns gegangen ist, sondern daß mit ihm auch das Geschlecht erloschen ist. Erloschen bedeutet, daß es keine Nachfahren dieses Geschlechtes im Mannesstamme mehr gibt, weibliche Nachfahren bleiben davon unberührt, aber da Wappenrecht dem Namensrecht folgt und Heraldik früher streng agnatisch gehandhabt wurde, galt ein Geschlecht, in dem es keine männlichen Nachkommen des betreffenden Namens mehr gibt, als ausgestorben, ungeachtet der eventuell vorhandenen Töchter, die sich unter anderem Namen strahlender Gesundheit erfreuen. Wichtig ist auch, daß das nicht nur für die Nachkommen des Verstorbenen gilt, sondern für das Geschlecht als Ganzes. Wenn der Verstorbene der Letzte seines Stammes und Namens war, dann kann der Schild gestürzt werden.

Richtig: Es ist ein Kann, kein Muß. Ein Kann, das vor allem auch von den jeweiligen zeitgeschichtlichen Umständen abhängt, denn diese Sitte kam erst spät auf. .